Manchmal habe ich das Gefühl, nicht ganz “im Film” zu sein.  Irgendwie zu alt, nicht trendy und Technikfreak genug und wahrscheinlich vor allem nicht cool genug. Heute morgen las ich in der Zeitung über Eckernförde “Flashmobber stürmten McDonalds”. Ich muss gestehen, bislang hatte ich noch nie was von Flashmobs, Blitz-Pöbel,  gehört, geschweige denn eine Einladung/Message dazu bekommen… Nicht, das ich das wollte, aber Dank der “guten alten Zeitung” weiß ich jetzt immerhin, dass es sowas gibt.
Über social-media-networks oder Handy verabreden sich mehr oder weniger junge Leute zu kurzfristigen unpolitischen Massenveranstaltungen.  Begonnen haben Flashmobs – natürlich – in den USA. Vor sechs Jahren stürmten da 200 junge Leute eine Hotel-Lobby inNew York, beklatschten die verdutzten Gäste minutenlang und verschwanden dann wieder. Inzwischen werden fast täglich auch überall in Deutschland Flashmobs organisiert, meist friedlich, ohne Schaden, denn die jungen Leute wollen eigentlich nur Spaß haben, mal was losmachen und sehen, was sich so alles entwickelt.
Dank SchülerVZ, StudiVZ, facebook und weil  jedes Kind heutzutage schon ein eigenes Handy und Computer besitzt, ist es möglich, zu Massenveranstaltungen aufzurufen, ohne sie groß vorher planen zu müssen und die Dauer dieser “Demos” beläuft sich auch nur auf ein paar Minuten: blitz/flashartig geht eben alles vonstatten. 500 Jugendliche trafen sich Freitag in Eckernförde, der Organisator hoffte auf die doppelte Zahl, aber das schlechte Wetter schreckte manchen Flashmobber wohl ab. In Schleswig-Holstein scheinen bislang Flashmob Veranstaltungen in den Städten Kiel, Kübeck, Bad Segeberg, Heide, Neumünster, Flensburg und Oldenburg stattgefunden zu haben… Wenn allerdings ein politischer Hintergrund besteht – wie jetzt häufiger bei den Bildungsstreiks, die diese Organisationsform auch für sich entdeckt haben, wie eine Veranstaltung am 11.11. mit 60 laut rezitierenden Schülern am Kieler Hauptbahnhof zeigte, sind das im engeren Sinne keine Flash- sondern Smart Mobs…

4 Kommentare zu „Flashmob“

  • Lilo:

    Sehr witzige Sache! Ich war auch noch nie bei sowas dabei, aber der Schaps… hatte da auch was in seinem Blog mal drüber geschrieben :grin:

    • GZi:

      Das muss auch für die unbeteiligten Gäste ein komisches Gefühl sein, wenn da auf einmal hunderte Jugendliche Restaurants, öffentliche Plätze oder Hotels stürmen und nach ein paar Minuten wieder verschwinden. Könnte schon gut sein, dass ich mich ein bisschen mulmig fühlen würde…

  • Ich hatte schon früher von Flashmobs gehört. Im Prinzip sind sie genauso harmlos wie unsinnig. Aber um einen tieferen Sinn geht´s ja offensichtlich auch nicht, sonder schlichtweg um Fun. Und den haben die Flashmobber ja offensichtlich. Social Networks machen es eben möglich, sich und seine Umwelt “elegant” zu organisieren (frei nach Jeff Jarvis – Autor von “Was würde Google tun?”). Falls es erlaubt ist, kleiner Link über einen Beitrag von mir zu dem eben erwähnten Buch… http://rundumkiel.de/2009/10/27/was-wuerde-google-tun/

  • Smartmobs? Davon hab selbst ich noch nicht gehört…
    Bei nem Flashmob hab ich aber schon teilgenommen. Ich fand die schon geil als es die hier noch nicht gab, aber da hat sich kein Schwein dafür interessiert.

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