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Foto: Ernst Rose/pixelio.de

Da haben wir aber vielleicht Schwein gehabt, meint gzi-kielnotiert. Eben hat sie als aktuelle ZDF-Meldung gelesen, dass das Robert-Koch-Insitut von einem “zarten Trend” in der Rückläufigkeit bei der Schweinegrippe berichtet. In Bayern sei die Zahl der Neuerkrankungen seit zwei Wochen rückläufig. Auch in anderen Bundesländern zeichnet sich ab, dass sich der Anstieg der Neuerkrankungen verlangsamt, so das RKI in seiner Mitteilung. Auch in anderen sechs europäischen Staaten und Teilen Großbritanniens ist die Influenza-Aktivität ebenfalls leicht zurückgegangen, stand in dem wöchendlichen Gesundheitsbericht der  Europäische Gesundheitsbehörde (ECDC).
Hoffentlich wurde bei diesen Meldungen auch berücksichtigt, dass die Meldepflicht der Neuen Influenza zumindest in Deutschland seit einer Woche nicht mehr besteht…, denn sonst ließen sich diese rückläufigen Zahlen ja leicht erklären – wo keine Meldung mehr verlangt wird, da gibt es eben auch keine Statistik mehr ;-)
Und klar ist, sollte die Neue Influenza tatsächlich rückläufig sein, dreht sich gleich alles wieder um den schnöden Mammon, der auch dabei im Spiel ist: So berichtet der Spiegel, dass die deutschen Bundesländer nun befürchten, auf den 50 Mio Impfdosen sitzenzubleiben und deshalb sollen sie bereits mit dem Hersteller GlaxoSmithKline verhandeln, ob sie wirklich alle bestellten Impfstoffdosen abnehmen müssen, zumal andere Länder, wie die Ukraine beispielsweise, Interesse an dem deutschen, in Dresden hergestellten, Impfstoff bekundet haben.
Ob das wirklich so weitsichtig ist oder ob nicht doch nochmal eine Trendwende kommen kann und dann der Impfstopf voreilig verschachert wurde, fragt sich allen Ernstes gzi-kielnotiert – die sicherheitshalber bereits geimpft ist.
Bis morgen jedenfalls sollen in Deutschalnd 9,6 Mio Imstopffdosen ausgeliefert worden sein, mehr als eigentlich bis Ende November von GlaxoSmithKline zugesagt wurden. Nach jetzigen Planungsstand sollen es dann 20 Miobis Ende des Jahres  sein.

klein-Kirche

Als Beispiel einer Kirche hier die Paulskirche in Frankfurt

Wenn der Gläubige beginnt, das Weihwasser zu meiden, so zeigt das: Die Angst vor der Schweinegrippe ist auch in den Kirchen angekommen und Gottvertrauen allein hilft nicht unbedingt weiter, um dieser Angst zu begegnen. So gibt es seit letzter Woche erstmals allgemeine Handlungsempfehlungen der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn für den Infektionsschutz in Gottesdiensten. Dennoch herrscht Verunsicherung: Abendmahl, Weihwasser, Mundkommunion, Friedensgruß – wie gefährlich sind diese Riten in Zeiten der Schweinegrippe? In den meisten Gemeinden einigte man sich schnell auf das Abendmahl “Intinctio”: Dabei wird nicht mehr wie üblich aus einem gemeinsamen Kelch getrunken, sondern die Abendmahlsoblate wird nur in den Kelch eingetaucht. Die “Intinctio” ist unbedenklicher als das traditionelle Abendmahl, bestätigt eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums. Für viele aber ebenso wichtig:  “Theologisch gesehen ist auch das Abendmahl ‘Intinctio’ ein vollwertiges Abendmahl”, versichert ein Pfarrer. Auch die katholische Kirche passt sich dem Infektionsrisiko an: “Es ist nicht zwingend notwendig, sich beim Friedensgruß die Hand zu reichen, ein freundliches Nicken kann ebenfalls ein Zeichen des Friedens sein”. Eine bistumsübergreifende Regelung gibt es aber nicht. Meistens richtet man sich nach den Handlungsempfehlungen der Bischofskonferenz.
Diese empfiehlt als Grundverhaltensregel: “Wer an der Grippe erkrankt ist oder bei wem der Verdacht auf Erkrankung besteht, soll auf die Teilnahme an Gottesdiensten verzichten. Auch eine Zurückhaltung bei der Nutzung des Weihwasserbeckens in den Kirchen” sei geboten. “Das bedeutet aber nicht, dass die Weihwasserbecken jetzt trockengelegt werden sondern nur, dass Ängstliche es besser nicht benutzen”, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz.

Ab Morgen entfällt für Ärzte in Deutschland bei reinen Schweinegrippe-Verdachtsfällen und bei Grippe-Fällen ohne Labornachweis die Meldepflicht. Mit der am heutigen Freitag im Bundesanzeiger veröffentlichten Änderung zur Meldepflicht bei Influenza sollen die Ärzte entlastet werden. Die Bundesbehörden gehen davon aus, dass sich seit Mai etwa 55.000 Menschen in Deutschland mit Schweinegrippe infiziert haben. Dies ist eine kumulierte Zahl, d.h. die Zahl wird fotlaufend addiert, zwischenzeitlich sind die meisten der Infizierten längst schon wieder gesund. Weltweit gibt es bislang ca. 10.208 Todelfälle an der A/H1N1-Infektion, in der Bundesrepublik Deutschland bislang dreizehn Tote. Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht seit dem 12. Oktober wöchentlich einmal (montags) die Zahl der Infizierten sowie aktuelle Informationen zur Schweinegrippe. Die angegebene Zahl ist eine Schätzung der Bundesbehörden (Stand 13.11.2009).

Seit einer Woche besteht in Schleswig-Holstein die Möglichkeit, sich gegen die Neue Influenza (Schweinegrippe, H1N1) impfen zu lassen. 1.400 ausgewählte Hausärzte (hier ist der Link zur Liste) haben einen Impfvertrag und nehmen an der Aktion teil. Aufgrufen sind alle Bürgerinnen und Bürger, insbesondere aber Risikogruppen wie chronisch Kranke, Schwangere mit einer chronischen Erkrankung, Feuerwehr, Polizei, KrankenhausmitarbeiterInnen, Ärzte und Praxispersonal sowie alle, die viel mit Menschen zu tun haben. Am Mitwoch, 4. November,  nun wollen auch unser neuer  Gesundheitsminister, Dr. Heiner Garg, und die Leiterin der Gesundheitsabteilung des Sozialministeriums, Dr. Renée Buck, die Chance ergreifen und sich impfen lassen. Sozusagen als Zeuge für den “harmlosen Pieks” wurde auch die Presse eingeladen. Weitere Informationen zur Neuen Influenza bekommt man auch auf der Homepage des Gesundheitsministeriums und am Bürgertelefon zur Schweinegrippe unter 0431 – 160 66 66

GZi
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